jeden dienstag ist gruppentherapie. ich bin nun seit fast 7 monaten aus der realen welt ausgesperrt und kämpfe mich durch meine vergangenheit und baue an einer zukunft. gestern also gruppe, auch schön!
jede gruppe beginnt mit einem blitzlicht (wie geht es dir, was bewegt dich usw.). nachdem alle teilnehmer geblitzt haben, findet sich aus dem blitzlicht dann in der regel ein thema.
heute ging es um die charaktere selbstzerstörer (abhängige persönlichkeitsstörung) und narzist. ich trage einige (oder viele?) eigenschaften eines narzisten. ein anderes gruppenmitglied dagegen kämpft mit dem problem der selbstzerstörung. und mittendrin der therapeut.
die verhaltenstherapie in vertretung von mittendrin sucht nun nach verhaltensmuster, um dem selbstzerstörungsventil entgegen zu wirken. mit anderen worten: der selbstzerstörer hält aus bis er zur droge greift. er probiert nicht, sondern er agiert in vollem bewußtsein, wohl wissend, dass er seinem anspruch nicht gerecht wird.
der narzist kennt diesen charakter, denn er trifft nicht selten auf personen, die diese charaktereigenschaft in sich tragen, denn er ist das pendant zum selbstzerstörer. der narzist probiert aus und scheitert am nichterreichen seines anspruchs, aber er glaubt an sich.
im ergebnis zeigt sich, dass mittendrin den selbstzerstörer auf seine seite zieht und der narzist kopfschüttelnd der ohnmacht von mittendrin folgt.
am ende verlassen die beiden hauptcharaktere des nachmittags den sitzungssaal mit dem selben gedanken:
siehste, habe ich doch gleich gewusst, die sitzung bringt mich keinen schritt weiter.
warum und was hat das mit der soap zu tun? nix, niente, nothing… aber gefühle sollen hier auch ihre daseinsberechtigung haben.
ps: o.g. gibt meine wahrnehmung wider und erhebt keinesfalls den anspruch exakt und korrekt fachspezifischen definitionen zu folgen.